Werner Otto

ZEITTAFEL

Prof. Dr. h.c. Werner Otto ist eine der bedeutendsten Unternehmerpersönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte gewesen. Geboren am 13. August 1909 in Seelow, Brandenburg, baute er nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Nichts heraus den Otto Versand auf, der zu einem Unternehmen von Weltrang wurde. Mit fast 60 Jahren startete Otto noch einmal neu und gründete die ECE, heute die größte Gesellschaft für Entwicklung und Betrieb von Einkaufszentren in Europa.
Er wollte seine großen Erfolge von Anfang an mit anderen teilen und engagierte sich in vielen Bereichen als einer der größten Mäzene Deutschlands.

Zeittafel

1909 - 19341935 - 19491950 - 19591960 - 19691970 - 19791980 - 19891990 - 1999ab 2000

1909-1934
Am 13. August 1909 wird Werner Otto als Sohn des Einzelhändlers Wilhelm Otto und seiner Frau Frieda in Seelow (Brandenburg) geboren. Seine Mutter stirbt ein Jahr nach Werner Ottos Geburt. Der Vater heiratet erneut. Die Familie zieht in die Stadt Prenzlau (Uckermark), Werner Otto bekommt drei Stiefgeschwister.

Werner Otto besucht die Schule in Schwedt, später das Gymnasium in Prenzlau. Kurz vor dem Abitur muss er die Schule beenden, weil das elterliche Geschäft zusammenbricht.

Otto beginnt eine kaufmännische Lehre in Angermünde. Schließlich macht er sich als Einzelhandelskaufmann in Stettin selbstständig.

1934-1945
Wegen der Verbreitung von Anti-Hitler-Flugblättern wird Otto 1934 zu einer zweijährigen Haftstrafe in Plötzensee verurteilt. Nach der Haftentlassung betreibt er seinen Zigarrenladen in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes weiter. 1939 heiratet er Eva Haffner und siedelt ins westpreußische Kulm (Weichsel) über, um der ständigen Beobachtung in Berlin zu entgehen. In der Stadt eröffnet er ein Schuhgeschäft. 1941 wird seine Tochter Ingvild geboren, zwei Jahre später kommt Sohn Michael zur Welt. Da er politisch als „unzuverlässig“ gilt, bekommt Otto noch kurz vor Kriegsende „Frontbewährung“, seine Ehefrau Eva muss die Geschäfte alleine weiterführen. Das Kriegsende erlebt er mit einer schweren Kopfverletzung in einem Lazarett.

1945
Werner Otto schlägt sich als Flüchtling nach Bad Segeberg durch. Er beginnt damit, Geschäftskontakte ins benachbarte Hamburg zu knüpfen. Später ist die vierköpfige Familie Otto in nur einem Zimmer in der Hamburger Innenstadt einquartiert.

1948
Auf einem Grundstück in Hamburg-Schnelsen eröffnet Werner Otto eine Schuhfabrik. Als die Zonengrenzen wieder aufgehoben werden, muss Otto sein Unternehmen angesichts des enormen Konkurrenzdrucks wieder schließen. Die Ehe mit Eva Otto wird geschieden.

1949
Im Alter von 40 Jahren gründet Werner Otto die Firma „Werner Otto Versandhandel“, die am 17. August bei der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Verkehr eingetragen wird. Anfangs beschäftigt er drei Mitarbeiter. Sitz des Unternehmens sind zwei kleine Baracken in Schnelsen.

1950
Der erste Katalog erscheint in 300 handgebundenen Exemplaren mit eingeklebten Fotos. Auf 14 Seiten werden 28 Paar Schuhe präsentiert. Unter dem Motto „Vertrauen gegen Vertrauen“ führt Otto als erster Versender den Kauf auf Rechnung ein.

1951
Der erste gedruckte Katalog umfasst 28 Seiten und bietet ein erweitertes Sortiment. Neben Schuhen werden unter anderem Aktentaschen, Regenmäntel und Hosen angeboten. Otto setzt mit einer Auflage von 1.500 Katalogen insgesamt eine Million Mark um. In Schnelsen wird ein neues Betriebs- und Verwaltungsgebäude errichtet.

1952
Das Prinzip der Sammelbestellung wird perfektioniert. Kunden, die gemeinsam für Freunde, Nachbarn oder Verwandte mitbestellen, erhalten fünf Prozent Kostenvergütung. Die Katalog-Auflage beträgt 10.000 Stück, die Mitarbeiterzahl steigt auf 150. In zweiter Ehe heiratet Werner Otto Jutta Becker.

1953
In weniger als zwei Jahren verfünffacht Werner Otto den Umsatz. Die Auflage des Katalogs (82 Seiten) steigt auf 37.000 Exemplare, der Jahresumsatz klettert auf fünf Millionen Mark.

1954
Von 106 Katalogseiten (Auflage 80.000 St.) sind bereits 32 vierfarbig. Der Umsatz liegt am Jahresende bei mehr als 12 Millionen Mark. Eine „Korrespondenzabteilung“ wird gegründet, um die vielen Aufträge bewältigen zu können.

1955
Die erste eigene Modenschau geht über die Bühne, der Umsatz erreicht 30 Millionen Mark. Eine eigene Werksküche liefert dreimal pro Woche warmes Mittagessen. Die erste Lochkartenanlage wird installiert, damit Aufträge schneller bearbeitet werden können. Werner Otto reist erstmals zu einem Informationsbesuch in die USA.

1956
In das Sortiment werden „Hartwaren“ aufgenommen, darunter Porzellan, Fahrräder und Elektrogeräte. Otto streicht den Samstag als Arbeitstag und führt die Fünf-Tage-Woche ein. Der Otto Versand verlegt seinen Firmensitz von Hamburg-Schnelsen nach Hamburg-Hamm. Der Umsatz steigt auf 52 Millionen Mark. Der Katalog hat eine Auflage von 150.000 Stück, die Mitarbeiterzahl liegt bei 500.

1957
Für die Mitarbeiter wird eine Sozialkasse für Beihilfen, Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgung eingerichtet. Eine Betriebssportgemeinschaft wird gegründet, die Zahl der Mitarbeiter steigt auf 600. Werner Ottos Sohn Frank wird geboren, sein Vater Wilhelm stirbt.

1958
Der Umsatz steigt auf 100 Millionen Mark. Der Otto Versand gehört damit zu den Großunternehmen in Deutschland. Der Katalog umfasst 168 Seiten (Auflage 256.700 St.), das Unternehmen muss zahlreiche Außenlager einrichten. Werner Otto erwirbt ein Baugrundstück in Hamburg-Bramfeld.

1959
Am 13. August 1959 wird der Grundstein für den neuen Firmenkomplex in Hamburg-Bramfeld gelegt. OTTO beschäftigt mittlerweile 1.000 Mitarbeiter. Ein Außendienst wird eingerichtet, der Katalog ist 200 Seiten dick. Der Otto Versand wird in diesem Jahr 10, Werner Otto 50 Jahre alt.

1960
Der Umsatz steigt auf 150 Millionen Mark. Der Katalog (308 Seiten) erscheint in einer Auflage von 380.000 Exemplaren.

1961
Der Otto Versand bezieht die neuen Betriebsgebäude in Hamburg-Bramfeld – bis heute der Firmensitz. Werner Otto kauft im kanadischen Edmonton eine Farm, die damit zum Grundstock seiner amerikanischen Immobiliengeschäfte wird.

1962
Die ersten Sammelbesteller erreichen einen Umsatz von mehr als einer Million Mark. Die Mitarbeiterzahl ist auf 1.500 gewachsen, der Katalog hat 436 Seiten und eine Auflage von 460.000 Exemplaren. Firmenvertreter besuchen Hongkong, um den fernöstlichen Markt zu erschließen. Der Otto Versand hilft nach der verheerenden Sturmflut in Hamburg den Bedürftigen mit Kleider- und Sachspenden im Wert von mehr als 100.000 Mark. Die E. Brost & J. Funke GmbH (WAZ Gruppe) beteiligt sich mit 25 Prozent am Otto Versand.

1963
Die erste elektronische Großrechenanlage wird installiert, eine telefonische Auftragsannahme rund um die Uhr eingerichtet. Der Katalog bringt auf 460 Seiten 17.000 Artikelpositionen. Die Öffentlichkeit erlebt Werner Otto als Mäzen: Er stiftet 85.000 Mark für einen Spielplatz in Hamburg-Hamm. Im selben Jahr heiratet er in dritter Ehe Maren Stücker. Die General Shopping S. A. übernimmt 15 Prozent der Gesellschafteranteile. 1964 Der Grundstein für ein neues Verwaltungszentrum wird gelegt. Das Unternehmen hat jetzt 2.000 Mitarbeiter, der Katalog (524 Seiten) hat eine Auflage von 500.000 Exemplaren. Der erste Weihnachtskatalog erscheint. Werner Ottos Tochter Katharina wird geboren. Die KG Gesellschaft für Beteiligungen und Investierungen (später Aurum KG) übernimmt zehn Prozent der Anteile am Otto Versand.

1965
Der Umsatz klettert auf 430 Millionen Mark, die Zahl der Mitarbeiter auf 2.600. Der Katalog mit mehr als 700 Seiten (Aufl. 640.000 St.) bietet 21.000 Artikelpositionen. Otto gründet die „Werner Otto Vermögensverwaltung GmbH“, aus der dann die „Werner Otto Grundstücks-Entwicklung GmbH (WOG)“ wird. Erster Geschäftsführer ist Dr. Werner Pfeifer. Schließlich wird als offizieller Name „KG Einkaufs-Center-Entwicklung G.m.b.H. & Co.“ gewählt – von den Mitarbeitern und Kunden rasch als ECE bezeichnet. 1979 wird das Unternehmen – endgültig – „ECE Projektmanagement G.m.b.H.“ getauft.

1966
Werner Otto übergibt den Vorstandsvorsitz an Günter Nawrath. Das Unternehmen erreicht trotz einer Rezession einen Umsatz von 582 Millionen Mark. Die Wachstumsrate beträgt 35 Prozent, im Katalog, mit 828 Seiten der dickste Versandhauskatalog Deutschlands, finden sich 30.000 Artikelpositionen. Die Mitarbeiterzahl beträgt jetzt 3.200. In Hongkong wird das erste Einkaufsbüro auf dem asiatischen Kontinent eröffnet. Im Katalog finden sich erstmals Topmodelle von prominenten Modeschöpfern wie Nina Ricci oder Christian Dior.

1967
Der Herbst / Winter-Katalog wird in einer Auflage von mehr als einer Million Exemplaren herausgebracht, der Umsatz erreicht 665 Millionen Mark. In Bramfeld werden zwei Neubauten bezugsfertig – Lager und Verwaltung, gleichzeitig wird der Grundstein für ein neues Versandlager gelegt. Alleine 160 Beschäftigte bearbeiten jetzt die Kundenkorrespondenz. Sohn Alexander wird geboren.

1968
Der erste Spezialkatalog für junge Leute erscheint: das Postshop-Magazin. Der Umsatz erreicht 820 Millionen Mark, die Katalog-Auflage von 1,2 Millionen Stück bringt auf 844 Seiten 32.000 Artikelpositionen. Zwei weitere Spezialhefte erscheinen: der Einrichtungskatalog „Wie wir wohnen“ und ein Geschenkkatalog. Werner Ottos Stiefmutter Marie Gertrud Otto stirbt.

1969
Werner Otto wird 60 Jahre alt, das Unternehmen besteht 20 Jahre. Der Herbst / Winter-Katalog hat eine Stärke von 900 Seiten mit 36.000 Artikelpositionen, parallel erscheinen Spezialkataloge für Hobby und Freizeit, für den Garten und für modernes Wohnen. Inzwischen gibt es bundesweit 14 ständige Niederlassungen in Form von Ausstellungen und Kundendienstzentren. Die Hanseatic Bank wird gegründet und ermöglicht OTTO-Kunden die Finanzierung der Katalogwaren. Die Mitarbeiterzahl liegt bei über 4.000. Das erste Einkaufscenter in Nürnberg (Franken-Center) wird eröffnet. Werner Otto gründet zur Förderung der medizinischen Forschung die Werner Otto Stiftung. Er wird von der Stadt Hamburg mit der Medaille für Kunst und Wissenschaft geehrt.

1970
Der Otto Versand durchbricht die Milliardengrenze und erzielt mit 4.800 Festbeschäftigten einen Umsatz von 1,168 Milliarden D-Mark.

1971
Die spätere ECE bezieht ihre neuen, selbst errichteten Büroräume in Hamburg-Poppenbüttel. Dr. Michael Otto tritt in den Vorstand des Otto Versands ein.

1972
Der Otto Versand gründet einen eigenen Zustelldienst, den Hermes Paket-Schnelldienst. Bis zum Jahresende werden 50 Prozent des Paketaufkommens unabhängig von der Post zugestellt. Das betriebliche Vorschlagwesen wird eingeführt, der Umsatz klettert auf 1,5 Milliarden Mark.

1973
Der Otto Versand hat 5.600 Mitarbeiter und 2.000 Aushilfen für saisonale Spitzenzeiten. Werner Otto verordnet der ECE einen Expansionsstopp, da er die beginnende Rezession frühzeitig erkennt. Stattdessen startet er mit dem Aufbau einer US-amerikanischen Immobiliengruppe, der späteren Paramount Group in New York. Otto stiftet mehr als 3,5 Millionen D-Mark für den Bau eines Spezialinstituts zur Früherkennung und Behandlung mehrfach behinderter Kinder. Grundsteinlegung für das Werner Otto Institut auf dem Gelände der Alsterdorfer Anstalten (heute: Evangelische Stiftung Alsterdorf).

1974
Auch der Otto Versand setzt auf internationale Expansion. Mit Beteiligungen an Heinrich Heine, Karlsruhe, und 3 Suisses International, Frankreich, beginnt die Entwicklung zum internationalen Konzern. Hermes stellt inzwischen 90 Prozent aller Warensendungen zu. Der Kinderkatalog „kiko“ erscheint erstmals. Dr. Heinrich Kraft übernimmt den Vorsitz der ECE-Geschäftsführung. Das Werner Otto Institut wird mit einem Festakt seiner Bestimmung übergeben.

1975
Nur knapp drei Jahre nach seiner Gründung liefert der Hermes Versand Service (ehemals Hermes Paket-Schnelldienst) das gesamte Paketaufkommen und die hängende Konfektion an die OTTO-Kunden aus. Die Spezialkataloge „OTTO Heimwerker“ und „apart“, Mode für Sie und Ihn, erscheinen.

1976
Der Otto Versand übernimmt die Mehrheit beim Schwab Versand, Hanau, und erhöht die Beteiligung am Heine Versand, Karlsruhe, auf 80 Prozent. Damit steigert sich das Unternehmen zur Nummer drei auf dem internationalen Markt. Der Umsatz erhöht sich auf 2,1 Milliarden Mark. Die Mitarbeiterzahl beim Otto Versand steigt auf 10.000. Werner Otto kauft in New York City das Paramount Plaza, das zum Namensgeber für seine US-amerikanische Immobilienfirma wird.

1977
Im Mai wird der Betrieb im neuen Warengroßlager in Norderstedt bei Hamburg aufgenommen. Lagerverwaltung und Lagersteuerung für mittlerweile sieben Millionen Artikel erfolgen voll elektronisch durch Prozessrechner. Werner Otto wird von der Universität Hamburg mit dem Titel Dr. med. h. c. geehrt.

1978
Der Otto Versand erzielt einen Umsatz von 3,176 Milliarden Mark und beschäftigt 10.740 Mitarbeiter, die während der Saisonspitze von 2.500 Aushilfskräften unterstützt werden.

1979
Werner Otto wird 70 Jahre alt, der Otto Versand besteht 30 Jahre. In Hamburg-Bramfeld wird ein zweites Verwaltungsgebäude errichtet. Der Bau des Großlager Langenselbold beginnt. Der Otto Versand beteiligt sich an der Fegro-Großhandels-Gruppe. Mit der Gründung von OTTO Holland tritt OTTO in den niederländischen Markt ein. Die KG Einkaufs-Center-Entwicklung G.m.b.H. & Co. wird in ECE Projektmanagement umbenannt. In der Kinderklinik des Hamburger Universitätskrankenhauses Eppendorf wird das Behandlungszentrum für Krebskrankheiten eröffnet, das maßgeblich durch die Werner Otto Stiftung finanziert wurde. Werner Otto erhält das große Bundesverdienstkreuz mit Stern, im selben Jahr verlegt er den Sitz seiner US-amerikanischen Immobiliengeschäfte nach New York City. In Frankfurt am Main wird das von der ECE erworbene und umgebaute 40-stöckige Frankfurter Büro-Center (FBC) fertig gestellt.

1980
Innerhalb von nur acht Jahren hat der Hermes Versand mehr als 100 Millionen Sendungen zugestellt. Der Otto-Konzern gründet die OTTO Reisen GmbH, die OTTO-Kunden touristische Dienstleistungen per Katalog anbietet.

1981
Dr. Michael Otto wird Vorstandsvorsitzender der Otto-Gruppe. Er löst Günter Nawrath ab, der in den Aufsichtsrat wechselt.

1982
Die vom ECE-Stab gebaute neue Zentrale des Otto Versands wird fertig gestellt. Über 3 Suisses International beteiligt sich der Otto-Konzern an der Versandhandelsgesellschaft „La Blanche Porte“.

1983
Werner Otto stiftet mehr als drei Millionen Mark für die Krebsstation des Universitätskrankenhauses Hamburg-Eppendorf. Die Familie Otto kauft die 1963 veräußerten Anteile in Höhe von 15 Prozent von der General Shopping S. A. zurück.

1984
Nach einer 10-jährigen Konsolidierungsphase eröffnet die ECE mit dem Löhr-Center in Koblenz das erste Innenstadtcenter. In Frankfurt am Main wird das 21-stöckige „Bürohaus an der Alten Oper“ eröffnet, bei dem die ECE erstmals sämtliche Bereiche abgedeckt hat: Objektentwicklung, Generalplanung, Vermietung und Management. Werner Otto erhält das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband. In den Jahren 1984 bis 1994 kauft die Familie Otto den 1964 veräußerten 10-Prozent-Anteil der Aurum KG zurück.

1986
Der Otto-Konzern startet seine Werbekampagne „Otto…find’ ich gut.“ und führt als erstes deutsches Versandhaus den 48-Stunden-Express-Service ein. Das Unternehmen expandiert stark – unter anderem entsteht Otto-Sumisho, ein Joint Venture mit der Sumitomo Corporation in Japan. Umweltschutz wird ausdrückliches Unternehmensziel des Otto Versands. Michael Otto wird Manager des Jahres.

1987
Der Otto-Konzern erwirbt die Versandhäuser Witt / Weiden und Venca (C.I.F.D.), Spanien.

1988
Der Otto-Konzern beteiligt sich an SportScheck, München und ModenMüller, Österreich. Erstmals baut die ECE ein ehemaliges Warenhaus um (City-Point-Konzept). Dabei entsteht in Braunschweig die erste vertikale Mall Deutschlands. Werner Otto wird Ehrensenator der Universität Hamburg.

1989
Mit Euronova gelingt dem Otto-Konzern der Einstieg in den italienischen Markt. Werner Otto erhält das Kronenkreuz der Diakonie in Gold. Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wird ein neues Raster-Elektronenmikroskop übergeben, dessen Kosten zum Großteil von Werner Otto bestritten worden waren.

1990
Die deutsche Wiedervereinigung bringt die Marktwirtschaft in die neuen Bundesländer und führt zu einem rasanten Anstieg in der Nachfrage. Beim Otto-Konzern wird der 24-Stunden-Eilservice eingeführt. Über die Gründung von OTTO Polen gelingt der Einstieg in den polnischen Markt. Der Otto-Konzern bringt sich auf dem Cash & Carry-Sektor mit der Gründung von Fegro / Selgros in einem Joint Venture mit der REWE Handelsgruppe ein. Die ECE betreibt 30 Center im Management.

1991
Der Kunde kann nun auch am Wochenende und nachts bei OTTO einkaufen. Der Konzern erwirbt die Mehrheit bei Grattan, dem viertgrößten britischen Versender. Im selben Jahr erfolgt die Gründung von VPC, Portugal. Für das Engagement des Otto Versands im Umweltschutz erhält Michael Otto die Auszeichnung „Ökomanager des Jahres 1991“. Der Erweiterungsbau des Busch-Reisinger Museums auf dem Gelände der Harvard University wird eröffnet. Für die „Werner Otto Hall“ hatte der Unternehmer mehr als drei Millionen Dollar gestiftet.

1992
Der Hermes Versand liefert die 500-millionste Sendung aus. Der Konzern übernimmt die ungarische Versandhandelsgesellschaft Margaréta. Werner Otto wird Laureat der Hall of Fame, dem Ehrenplatz in der Geschichte der deutschen Nachkriegswirtschaft im Bonner „Haus der Geschichte“.

1993
Beim Otto Versand wird der 24-Stunden-Service auf fast alle Artikel ausgeweitet, alle Kundencenter erhalten eine einheitliche Rufnummer. Die Holding OFT (OTTO Freizeit und Touristik) wird gegründet, in der OTTO sämtliche Reisedienstleistungen bündelt. Werner Ottos ältester Sohn gründet die „Michael Otto Stiftung“, die als einen ihrer Schwerpunkte den intensiven Schutz der Lebensgrundlage Wasser hat.

1994
Der Otto-Konzern führt die Lieferung zum Wunschtermin ein. Als erster Versender präsentiert OTTO sein Sortiment auf einer interaktiven CD-ROM. Die Otto-Gruppe eröffnet in Haldensleben den ersten Bauabschnitt des von der ECE gebauten größten Warenverteilzentrums Europas. In Schwedt wird das erste Center der neuen Bundesländer eröffnet. Alexander Otto tritt in die ECE ein. Für sein Lebenswerk wird Werner Otto von der Stadt Hamburg mit der Ehrendenkmünze in Gold ausgezeichnet. Im selben Jahr wird er Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Seelow.

1995
Der Otto Versand ist mit seinem Warenangebot erstmals im Internet vertreten. Der Feierabend-Service wird eingeführt – die Ware kann bis 21 Uhr geliefert werden. Der Konzern beteiligt sich am zweitgrößten deutschen Computer-Distributor, Actebis, und verstärkt so sein Engagement im Großhandelssektor.

1996
Die Werner Otto Stiftung hält ihre 50. Kuratoriumssitzung ab. In Zürich gründet die OTTO-Tochter Heine gemeinsam mit Jelmoli das Joint Venture „Jelmoli Versand“. Als Joint Venture von Otto-Sumisho, 3 Suisses und L’Oréal wird Club Créateurs Beauté, Japan gegründet. Die ECE gründet Tochtergesellschaften in Prag und Budapest.

1997
In Werner Ottos Geburtsort Seelow wird in Ottos Anwesenheit das Richtfest für die im Krieg zerstörte Kirche gefeiert. Er hatte das Geld für den Wiederaufbau gestiftet. Der komplette OTTO-Katalog erscheint im Internet. Die Einzelgesellschaft OTTO kann ihren Umsatz im Bereich E-Commerce, Internet, CD-ROM und Bildschirmtext auf 450 Millionen Mark ausbauen. Der Hermes Versand stellt die einmilliardste Sendung zu. Der Konzern gründet Joint Ventures in Korea und Taiwan und beteiligt sich am Versandhaus Baur in Burgkunstadt. In Leipzig wird in Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl und der Familie Otto die von der ECE erfolgreich betriebene Revitalisierung des Leipziger Hauptbahnhofs mit einem großen Einweihungsfest abgeschlossen. In Warschau gründet die ECE eine polnische Tochtergesellschaft.

1998
Die Mitarbeiterzahl im Otto-Konzern übersteigt 50.000. OTTO beteiligt sich an Crate and Barrel in Chicago, in Deutschland wird als Gemeinschaftsunternehmen mit der spanischen Inditex die Zara Deutschland GmbH gegründet. Die ECE schließt in Berlin das Stadtentwicklungsprojekt Potsdamer Platz ab. Auf einer Fläche von rund 40.000 Quadratmetern wird „Shoppingerlebnis mit Weltstadtflair“ angeboten. Alexander Otto wird stellvertretender Vorsitzender der ECE-Geschäftsführung.

1999
Der Otto-Konzern erwirbt den britischen Versender Freeman. Am 17. August feiert das Unternehmen seinen 50. Geburtstag mit einem großen Fest, zu dem auch alle Mitarbeiter eingeladen werden. Die ECE betreibt jetzt 60 Center im Management. Werner Otto wird vom Hamburger Senat für sein soziales Engagement mit dem Ehrentitel Professor ausgezeichnet und feiert in Berlin seinen 90. Geburtstag. Am eigentlichen Festakt mit Günther Jauch kann er kurzfristig erkrankt nicht teilnehmen. Im Societäts-Verlag erscheint Werner Otto zu Ehren die Festschrift „Faktor Einzelhandel in Deutschland“.

2000
Der Otto-Konzern ist nach Amazon der zweitgrößte Online-Händler der Welt. Das Unternehmen gründet unter anderem discount24 und travelchannel.de. In Tschechien wird das Versandhaus Otto Zasilatelstvi S.R.O. gegründet. Alexander Otto übernimmt bei der ECE den Vorsitz der Geschäftsführung von Dr. Heinrich Kraft. In Berlin-Neukölln wird das Werner Otto Haus eröffnet, in dem ehemals hörbehinderte Kinder und Jugendliche mit Hilfe eines Cochlear-Implantats wieder hören lernen. In Hamburg wird die Stiftung „Lebendige Stadt“ gegründet, die mit Hilfe zahlreicher Projekte einer Verödung der Innenstädte entgegenwirken will. Den Kuratoriumsvorsitz übernimmt Alexander Otto. Werner Otto stiftet drei Millionen Mark für den Wiederaufbau des Turms der Potsdamer Garnisonskirche. Michael Otto spendet 5,5 Millionen Mark für den Ausbau der Staatlichen Jugendmusikschule in Hamburg.

2001
Die ECE eröffnet in Breslau ihr erstes ausländisches Center. Der Erweiterungsbau des Werner Otto Instituts, für den Werner Otto mehr als vier Millionen Mark gestiftet hat, wird fertiggestellt. Zudem übernimmt Werner Otto die Patenschaft für die Illumination der Kornhausbrücke in der Hamburger Speicherstadt. Michael Otto wird erneut Manager des Jahres. Das Werner-Otto-Graduate-Programm des Deutschen Förderkreises der Universität Haifa wird ins Leben gerufen. Über das Programm werden besonders begabte arabische Studentinnen gefördert. Werner Otto wird im September durch Bundespräsident Johannes Rau mit dem nur sehr selten verliehenen Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

2002
Werner Otto finanziert den Wettbewerb zur Umgestaltung des Hamburger Jungfernstiegs, die von dem im selben Jahr gegründeten Verein „Lebendiger Jungfernstieg“ betrieben wird. Für sein Lebenswerk wird er von der Konrad-Adenauer-Stiftung mit dem Preis Soziale Marktwirtschaft geehrt. Die ECE eröffnet in Budapest ihr erstes Center auf dem ungarischen Markt und startet ihre Aktivitäten in der Türkei. Die Umfirmierung von „Otto Versand“ in „OTTO“ und später in „Otto Group“ trägt der Entwicklung des Unternehmens zu einem international tätigen Handels- und Dienstleistungskonzern Rechnung.

2003
Auf dem Potsdamer Pfingstberg wird die Wiedereröffnung der Aussichtsschlösschen „Belvedere“ durch Bundespräsident Johannes Rau gefeiert. Werner Otto hat für die Instandsetzung 6,5 Millionen Euro gestiftet. Im selben Jahr wird der Werner-Otto-Saal im Berliner Konzerthaus eröffnet, für dessen Ausgestaltung Werner Otto 4,5 Millionen Euro gestiftet hatte. Die Stadt Berlin ehrt ihn mit der Ernst-Reuter-Plakette.

2004
Anlässlich seines 95. Geburtstags stiftet Werner Otto 150.000 Euro für die Instandsetzung der Orgel der Potsdamer Oberlinkirche. Im Frankfurter Societäts-Verlag erscheint Otto zu Ehren die Festschrift „Die menschliche Marktwirtschaft“. Die ECE übernimmt in Katar ihr erstes Center in der Golfregion.

2005
Die Stadt Hamburg verleiht Werner Otto die Bürgermeister-Stolten-Medaille. Die ECE eröffnet ihre ersten Center in Tschechien und Griechenland. OTTO bietet als Erster in der Branche drei Hauptkataloge im Jahr an.

2006
Die ECE eröffnet ihr erstes Center in Österreich. In Hamburg wird der umgestaltete Jungfernstieg eingeweiht, für den Werner, Michael und Alexander Otto insgesamt über 5,7 Millionen Euro gespendet haben. Die Otto Group macht einen Umsatz von rund 15,3 Milliarden Euro und beschäftigt 53.000 Mitarbeiter. Die eigenständige Hermes Warehousing Solutions wird gegründet, um alle Logistik-Dienstleistungen auch Dritten anbieten zu können. Werner und Michael Otto erhalten für ihr Lebenswerk den Deutschen Gründerpreis der Initiative StartUp. Im August wird Werner Otto mit dem Verdienstorden des Landes Brandenburg geehrt.

2007
Nach knapp zweijähriger Bauzeit wird das von der ECE rekonstruierte Braunschweiger Welfenschloss fertig gestellt. In der Türkei stellt die ECE das erste selbst entwickelte Center fertig. Alexander Otto erhält vom Hamburger Senat für sein gemeinnütziges Engagement die Alfred-Toepfer-Medaille. Das Online-Angebot auf www.otto.de umfasst mehr als 500.000 Artikel. Nach 26 Jahren an der Spitze des Otto-Konzerns wechselt Michael Otto in den Aufsichtsrat. Hans-Otto Schrader wird neuer Vorstandsvorsitzender der Otto Group.

2008
Michael Otto erwirbt den 25-prozentigen Konzernanteil zurück, der sich im Besitz der WAZ Gruppe befunden hatte. Zeitungen titeln: „OTTO ist wieder OTTO“. Werner und Maren Otto werden in Berlin für ihr soziales Engagement mit dem erstmals verliehenen, mit 50.000 Euro dotierten James-Simon-Preis geehrt. Das Geld spenden sie. OTTO startet seinen Blog „Two for Fashion“. www.otto.de wird von den Nutzern zum dritten Mal hintereinander zur beliebtesten Website in Deutschland gekürt. Die ECE eröffnet in Prag ihr 100. Einkaufszentrum.

2009
Werner Otto wird auf der CEE Real Estate Award Gala in Warschau mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Im August wird in Hamburg die Werner und Michael Otto-Stiftung gegründet, in Berlin die Werner und Maren Otto-Stiftung. Zwei Tage vor seinem 100. Geburtstag wird Werner Otto Berliner Ehrenbürger, an seinem Geburtstag sind unter anderem Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihm zu Gast. Anfang Oktober wird vor dem Hamburger Verwaltungsgebäude der ECE in Anwesenheit seiner Familie eine von dem Bildhauer Bernd Stöcker gefertigte Bronze-Statue Werner Ottos enthüllt. Unter Führung von Alexander Otto expandiert die Familie mit ihren Shoppingcenter-Aktivitäten nach Amerika und baut die Beteiligung an dem an der New Yorker Börse gelisteten US-REIT Developers Diversified Realty (DDR) auf über 20 Prozent deutlich aus. DDR ist das führende US-amerikanische Shoppingcenter-Unternehmen mit Einzelhandelsimmobilien in 45 US-Staaten, Puerto Rico, Brasilien und Kanada.

Die Otto Group, die 1949 als "Werner Otto Versandhandel" gegründet wurde, besteht seit 60 Jahren. Von der insolventen Quelle-Holding übernimmt sie das vollständige Russland-Geschäft und erwirbt die europäischen Rechte an der traditionsreichen Marke Quelle und deren Eigenmarken, wie beispielsweise Privileg.

2010
Werner Ottos Biographie "Der Jahrhundertmann" erscheint an seinem 101. Geburtstag in zweiter, aktualisierter und erweiterter Auflage. Die Otto Group verzeichnet besonders im Onlinebereich ein enormes Wachstum und etabliert mit mirapodo.de zudem eine neue Marke im E-Commerce. Die ECE übernimmt die spanische Shopping-Center-Gesellschaft Auxideico mit 14 Einkaufszentren im Management und damit erstmals ein bedeutendes Portfolio in Westeuropa.

2011
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit enthüllt mit Maren Otto im Berliner Abgeordnetenhaus das Portrait von Werner Otto in der Galerie der Ehrenbürger. Dabei handelt es sich um eine Video-Installation des amerikanischen Künstlers Robert Wilson.

Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wird der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs für den Bau der neuen Universitätskinderklinik vorgestellt, die zu Ehren der Förderer nach Werner und Michael Otto benannt werden soll. Die Alexander-Otto-Sportstiftung verleiht im Beisein des Ersten Bürgermeisters erstmals den Werner-Otto-Preis im Hamburger Behindertensport. Ausgezeichnet wird das Handbike-Projekt der HSV-Rollstuhlsportabteilung.

Am Mittwoch, dem 21. Dezember 2011 stirbt Werner Otto im Alter von 102 Jahren im Kreise seiner Familie in Berlin.

2012
Mit einer bewegenden Trauerfeier im Französischen Dom am Berliner Gendarmenmarkt haben am Donnerstag, 19. Januar 2012, Familie Otto, Freunde, Weggefährten und Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur von Prof. Dr. h.c. Werner Otto Abschied genommen.

„Der Erfolg eines Unternehmens ist auf die Leistung und Dynamik von Menschen zurückzuführen, aber diese können nur positiv wirken, wenn sie die entsprechende Organisation und das dazugehörige Arbeitsklima haben.“

Der Jahrhundert Mann

Der Jahrhundert-Mann

Nachdem in der Öffentlichkeit viele Jahre lang nur relativ wenig über Werner Otto bekannt war, wird dem Leser hier nun endlich dessen komplette Biografie vorgelegt.

 

» Ein kleiner Einblick

 

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Weitere Bücher, von ihm und über Werner Otto:

 

weitere Bücher

 

Die menschliche Marktwirtschaft

Gebundene Ausgabe: 125 Seiten
Verlag: Societäts-Verlag; Auflage: 1. Aufl. (August 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3-7973-0899-X
ISBN-13: 978-3-7973-0899-3

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Die OTTO Gruppe

Gebundene Ausgabe: 319 Seiten
Verlag: HECON (1983)
Sprache: Deutsch
ISBN: 3-430-173221

 

Faktor Einzelhandel in Deutschland

Gebundene Ausgabe: 280 Seiten
Verlag: Societäts-Verlag (August 1999)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3-7973-0714-4
ISBN-13: 978-3-7973-0714-9

 

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